Unser Blog zum Thema
Selbstführung

Wie fühle ich mich?



Im Verlauf meiner Auseinandersetzung mit The Responsibility Process® lerne ich mich immer besser kennen. Das Selbst zu kennen, ist nützlich für eine effektive Selbstführung. Dabei habe ich einen beachtlichen blinden Fleck entdeckt – und den habe ich auch immer noch nicht bis in alle Ecken beleuchtet: Mir fällt es schwer festzustellen, wie ich mich fühle, und noch schwieriger ist es, passende Worte dafür parat zu haben Mein Wortschatz in der Sprache der Gefühle ist überschaubar.


Das ist kein Wunder, schließlich genießen Gefühle nicht den besten Ruf. „Heul nicht!“, „Reiß dich zusammen!“, „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“, „Als Führungskraft bloß nicht emotional werden!“ – das haben wir alle bestimmt in der einen oder anderen Form schon gehört oder sogar selbst gesagt. Schade, denn Emotionen sind ein wertvoller Signalgeber für mich, den ich erst nach und nach zu schätzen und zu nutzen lerne. Dabei muss ich erst einige mich limitierende Glaubenssätze über Bord schmeißen:

  • „Wenn ich nicht aufpasse, übernehmen meine Gefühle die Kontrolle.“

  • „Ich bin, was ich fühle.“

  • „Angst und Impulsivität sind schlecht, Freude und Gelassenheit sind gut.“

Mir tut es gut, mehr Klarheit in meiner Gefühlswelt zu haben, denn es hilft mir, schneller und leichter in den mentalen Zustand Verantwortung zu gelangen und wieder handlungsfähig zu sein. Zum zunehmenden Verständnis trägt das möglichst präzise Benennen meiner Gefühle bei. In der Literatur finden sich unterschiedliche Skalen zu Grundgefühlen; ich bin bei den neun emotionalen Grundzuständen aus dem Buch »Die Sedona-Methode« (mehr dazu im Blogpost »Wer loslässt, hat die Hände frei«) hängengeblieben, da dort eine „Vokabelliste“ mitgeliefert wird, die mir sehr nützt, um meine Gefühlslage einsortieren zu können. Mittels dieser Liste und meinem Responsibility Journal reflektiere ich einmal täglich sehr bewusst, wie ich mich fühle. Täglich neu herausfordernd ist dabei, im Beobachten zu bleiben und nicht ins Bewerten abzurutschen, sondern mir immer wieder klar zu machen, dass es keine besseren oder schlechteren Gefühle gibt: Gefühle sind schlicht Energie oder Signale, aus denen ich Erkenntnisse ziehen oder Handeln ableiten kann. Und was ich auch gelernt habe: Ich habe nicht nur ein Gefühl, sondern mehrere gleichzeitig, nämlich oft pro Situation oder Problem unterschiedliche. Diese Erkenntnis hilft mir dabei, mich von meinen Gefühlen etwas zu distanzieren, mich damit nicht zu ernst zu nehmen und schneller zu der Problemlösungswunderfrage zu gelangen „Jetzt, wo es ist wie es ist und ich mich fühle wie ich mich fühle: Was will ich?“. Und dadurch schaffe ich den Schritt über die Linie zum mentalen Zustand Verantwortung.


Mein Vorgehen beim Reflektieren meiner Gefühle habe ich auf einer Seite (hier als PDF-Download) zusammengefasst – vielleicht regt es dich dazu an, die Frage „Wie fühlst du dich?“ etwas eingehender zu betrachten, um dir neuen Handlungsspielraum zu schaffen.

Neben der Betrachtung meiner aktuellen Gefühlslage, ergänze ich in meinem Journal die Absichten für den Tag um mindestens ein Gefühl, das ich mir vornehme zu haben. Diese Absicht erfülle ich mir nicht immer. Allerdings ist mir daran eh wichtiger, dass ich mir täglich vor Augen führe, welche Freiheit mir zur Verfügung steht: Ich kann denken, tun UND fühlen, was ich will!


Ich wünsche dir einen absichtsvollen und bewussten Umgang mit deinen Gefühlen, sodass du die Freiheit und Kraft spürst, die in dir steckt.

 

Führe dich selbst zuerst!


Nadine und Henning Wolf, selbstführen W2 GmbH

Telefon: +49 4152 934 90 85, kontakt@selbstfuehren.de

www.selbstfuehren.de

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