Unser Blog zum Thema
Selbstführung

Sich der großen Angst stellen – nach dem Frust kommt die Freiheit



Der kanadisch-amerikanische Ökonom John Kenneth Galbraith stellte fest:


„Alle großen Anführer hatten eines gemeinsam: Es war die Bereitschaft, sich entschieden der großen Angst des Volkes in ihrer Zeit zu stellen. Dies und nichts anderes ist der Kern von Führung.“

Nun sind die meisten von uns keine Anführer eines ganzen Volkes, aber mir persönlich reicht das Maß an Unsicherheit und Angst in meiner Umgebung gerade schon völlig aus, um im Responsibility Process mehrmals täglich Fahrstuhl zu fahren und um effektive Selbstführung zu ringen. Die Zauberfrage, die am schnellsten zum mentalen Zustand Verantwortung führt, ist „Was will ich?“ Eine Antwort darauf zu finden, ist mir in den letzten drei Jahren durch Übung immer leichter gefallen. Doch nun haben sich so viele Parameter geändert, dass ich mich häufiger und bewusster als sonst meiner Angst, meiner Wut, meiner Trauer, meiner Verunsicherung stellen muss, um nicht in den Bewältigungsmechanismen stecken zu bleiben.


Es gilt gerade, diverse unangenehme Wahrheiten zu akzeptieren: Die geschmiedeten Pläne für 2020 lösen sich auf. Und neue Pläne zu machen, ist gar nicht so leicht. Denn die neue Realität lautet: Niemand weiß jetzt, wie es in ein, zwei, drei oder sechs Monaten aussieht. Sich daran neu auszurichten und trotz Unsicherheit eine Stabilität für sich zu behalten, dafür ist Selbstführung gefragt.

 

Es gibt ja Menschen, die nicht mehr hören können/wollen, dass da „ja auch eine Chance drinsteckt”. Und das kann ich verstehen, denn erstmal ist es für Menschen ganz schön doof, wenn sich soviel verändert. Da habe ich Mitgefühl (leider mehr mit anderen als mit mir, aber ich arbeite dran…): Ich jedenfalls bin plötzlich unsicher ob meiner eigenen Stärken, ich trauere der gefühlten Sicherheit hinterher, ich ärgere mich über meine Naivität, und die Angst, die sich eventuell noch aus der wirtschaftlichen Lage ergeben könnte, leugne ich einfach erst mal ganz. Im Sinne des Responsibility Process also eine ganze Reihe an Problemen.

Was hilft? Bewertung rausnehmen. Mit Bewertung meinen wir die Einteilung der Welt in schwarz/weiß, gut/schlecht, richtig/falsch. Denn in einer Welt der Fülle ist nichts objektiv schlecht oder gut. Also auch nicht diese Krise. Sie ist an vielen Stellen wenig nützlich und wertvoll UND an vielen Stellen ist sie es.


Durch die derzeitigen äußere Einflüsse bin ich zu neuen Perspektiven gezwungen. Ich kann jetzt Dinge machen, die mir vorher nicht möglich schienen, weil ich anders denken muss. Dadurch entsteht ein neuer Handlungsspielraum, eine neue Freiheit. Wo ich das konkret gemerkt habe: Mein Mann und ich haben in unserer Wohnung ein Arbeitszimmer, in dem wir uns bisher einen Schreibtisch geteilt haben, und ein Zimmer, in dem ein Bücherregal und das Monstrum von Massagesessel stehen und in dem wir bei Bedarf den Wäscheständer aufstellen. Jetzt sind wir beide in zum Teil parallelen Videokonferenzen unterwegs, sodass das gemeinsame Nutzen eines Arbeitszimmer nicht funktioniert. Und plötzlich konnten wir eine Möglichkeit sehen, die vorher durch unsere Prämisse „Ein Arbeitszimmer in der Wohnung muss reichen“ verdeckt war. Zack, war ein kleiner Schreibtisch gekauft, ein bisschen Kram rüber getragen und fertig war mein Arbeitszimmer, das mir auch noch eine neue Perspektive aus dem Fenster verschafft.


Welche Freiheit steckt für dich in dieser Krise?


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Führe dich selbst zuerst!

Nadine und Henning Wolf, selbstführen W2 GmbH

Telefon: +49 4152 934 90 85, kontakt@selbstfuehren.de

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