Problem



Der Responsibility Process startet immer dann in uns, wenn wir auf ein Problem treffen (Verantwortung zu übernehmen, wenn alles glatt läuft, ist ja auch einfach).


Was macht ein Problem im Sinne des Responsibility Process aus? Es entsteht, wenn zwei Aspekte zusammenkommen: 1. Es besteht eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Ist. Ich habe also nicht, was ich will, oder ich will nicht, was ich habe. 2. Diese Diskrepanz löst Gefühle in mir aus (z. B. Ärger, Verzweiflung, Wut, Angst) und/oder körperliche Reaktionen (z. B. erhöhter Puls, Zittern, Schwitzen). Zum Beispiel wurde mir für heute eine Paketlieferung angekündigt, aber der/die Zusteller:in ist nicht aufgetaucht. Meistens kein Problem, kommt die Lieferung halt morgen. Aber wenn ich morgen nicht im Hause bin, mein Paket also erst übermorgen bei der Post abholen kann, und wenn ich deshalb morgen Abend bei meiner Schwiegermutter, mit der ich eh ein schwieriges Verhältnis habe, ohne Geschenk auftauchen muss, dann löst das andere Gefühle in mir aus. Man kann sich gut vorstellen, dass in dem Fall das BESCHULDIGEN des/r Zusteller:in der erste in mir entstehende Gedanke ist, statt mich direkt in den mentalen Zustand VERANTWORTUNG zu begeben, um mir eine Antwort auf das Problem zu überlegen.